Hinweise für Benutzer und Anfrager

Benutzung von geschlossenen Grundbuchunterlagen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv verwahrt die vor dem 3. Oktober 1990 geschlossenen Grundbuchunterlagen aus dem Bereich des Landes Brandenburg in seinen heutigen Landesgrenzen.

Der Zugang zu diesen Unterlagen ist im Brandenburgischen Landeshauptarchiv nur gewährleistet, wenn die Bezeichnung des jeweiligen Grundbuches nach Grundbuchbezirk (Gemarkung), Band- und Blattzahl mitgeteilt wird.

Bei Recherchen nach alten Grundbuchunterlagen empfiehlt sich zunächst eine Anfrage an das für den jeweiligen Ort zuständige Amtsgericht (Grundbuchamt), wo festgestellt werden kann, ob die betreffenden Grundbuchunterlagen für ein Grundstück bereits geschlossen wurden, und ob sie sich - wenn keine Schließung erfolgte - noch im Amtsgericht befinden. In der Regel ist das Amtsgericht (Grundbuchamt) auch in der Lage, die Bezeichnung der geschlossenen - und bereits im Brandenburgischen Landeshauptarchiv befindlichen - Grundbücher nach Grundbuchbezirk (Gemarkung), Band- und Blattzahl anzugeben, unter der Grundbuchanfragen an das Brandenburgische Landeshauptarchiv zu richten sind.
Wenn das Amtsgericht die Bezeichnung des geschlossenen Grundbuches nicht festzustellen vermag, müssen diese Angaben beim zuständigen Kataster- und Vermessungsamt anhand der dort zur Verfügung stehenden Katasterunterlagen ermittelt werden.

Bei der Benutzung von geschlossenen Grundbuchunterlagen, sei es im Wege einer schriftlichen Anfrage, verbunden mit der Bitte um Übersendung von Grundbuchkopien, oder im Wege der persönlichen Einsichtnahme in Grundbuchunterlagen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv, muss der Benutzer sein berechtigtes Interesse (ggf. unter Beifügung von Kopien geeigneter Dokumente wie z. B. Erbscheine, Grundbuchauszüge, Kaufverträge o. ä.) darlegen. Für die Erledigung von Grundbuchanfragen wird in der Regel eine Bearbeitungsgebühr entsprechend der geltenden Gebührenordnung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs erhoben.

Die Einsichtnahme in geschlossene Grundbuchunterlagen ist im Lesesaal des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Am Mühlenberg 3, 14476 Potsdam OT Golm - nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung (Tel.: 0331 5674-270) zu den Öffnungszeiten des Lesesaals (montags, dienstags, mittwochs 8-16 Uhr; donnerstags 10-18 Uhr; freitags 8-14 Uhr) möglich.



Familienkundliche Anfragen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv

Der Quellenfundus des BLHA ist grundsätzlich nicht nach Sachgesichtspunkten und möglichen Fragestellungen (Pertinenz) aufgebaut, sondern nach schriftgutproduzierenden Behörden und Stellen (Provenienz). Bestandsübergreifende Namensregister liegen dem BLHA nicht vor.

Auf der Grundlage der Gebührenordnung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs vom 14. 2. 2006 sind genealogische Anfragen gebührenpflichtig (je angefangene ½ Stunde 20,00 Euro. Die Recherchen erfolgen anhand der in der Anfrage mitgeteilten Informationen (z. B. Geburtsort, Sterbeort, Beruf, Wohn- und Tätigkeitsort, Stand der gesuchten Person) in allen infrage kommenden Beständen des BLHA. Schriftliche Auskünfte können sich in der Regel nur auf Hinweise zu relevanten Beständen, Aktengruppen oder Akten beschränken. Die Ermittlung einzelner Schriftstücke bzw. deren Inhalte muss in jedem Fall durch eine persönliche Einsichtnahme im Lesesaal des BLHA erfolgen. Dies kann auch durch eine vom Nutzer beauftragte Person (Person des Vertrauens) geschehen. Dem Anfrager wird in der Regel schriftlich mitgeteilt, in welchen Beständen und Einzelakten er während einer Direktbenutzung im BLHA recherchieren kann. Die Direktbenutzung ist ebenfalls gebührenpflichtig (pro Tag: 4,00 Euro; 5 Tage: 16,50 Euro, 20 Tage: 55,00 Euro).

Kirchenbücher
Ein Verzeichnis der Überlieferung von Kirchenbüchern im Brandenburgischen Landeshauptarchiv liegt in der Veröffentlichung von Falko Neininger (BLHA) vor: Brandenburgische Kirchenduplikate 1794-1874 (= Quellen, Findücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Bd. 23, Frankfurt am Main 2008). Der Band enthält in der Einleitung eine umfangreiche Abhandlung über die Führung der Kirchbuchduplikate in Brandenburg.

Kirchenbuchduplikate aus Gebieten östlich von Oder und Neiße sind erfasst in: Georg Grüneberg: Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister der ehemals brandenburgischen Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg, Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben und Sorau [östl. der Neiße], Schwerin, Meseritz, Bomst. Bestandsverzeichnis 2014, Verlag G. Grünberg, Lenzen (Elbe) 2014. Einzelne Kirchenbuchduplikate und Kopien aus Kirchenbüchern befinden sich auch in den Beständen des BLHA Rep. 7 Domänenämter und Rep. 37 Guts- und Herrschaftsarchive, ein Kirchenbuch von Neurehfeld, ehemaliger Kr. Crossen, 1845-1877, im Bestand Rep. 10 C Kirche Neu Rehfeld Nr. 1.

Kirchenbücher der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg wurden in den letzten Jahren zum großen Teil verfilmt und sind bei der Kirchenbuchstelle beim Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg, Bethaniendamm 29, 10997 Berlin zu erfragen. www.ekbo.de; E-Mail:

Weitere Literatur (Auswahl)

  • Themel, Karl: Brandenburgische Kirchenbücher: Übersicht über die Bestände der Pfarr- und Kirchenarchive in den Sprengeln Cottbus, Eberswalde und Potsdam der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Colloquium Verlag, Berlin 1986.
  • Themel, Karl: Die Evangelischen Kirchenbücher von Berllin: Übersicht über die Bestände der Pfarr- und Kirchenarchive der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (Berlin West) und des Sprengels Berliln (Ost) der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Colloquium Verlag, Berlin 1984.

Standesamtsregister ab 1874
Nach der Novellierung des Personenstandsgesetzes 2009 gelangen geschlossene Standesamtsregister im Land Brandenburg (110 Jahre nach der Geburt, 80 Jahre nach der Heirat, 30 Jahre nach dem Tod) in die zuständigen Stadt- bzw. Kreisarchive und sind deshalb dort zu erfragen. Hier finden Sie weitere Informationen zu Personenstandsunterlagen.

Auswanderungen
Auswanderungsunterlagen, vorrangig aus dem 19. Jahrhundert, befinden sich in verschiedenen Beständen des BLHA, so z. B. bei den Unterlagen der Regierung Potsdam (Rep. 2 A) und Frankfurt (Oder) [Rep. 3 B], den Kreisverwaltungen (Rep. 6 B) oder den Städten (Rep. 8). Für die v.a. in den Sammelakten der Regierungen Potsdam und Frankfurt (Oder) enthaltenen Auswanderungskonsense liegt eine Namenskartei im Lesesaal vor. In den anderen Beständen wird ausgehend vom Auswanderungsjahr, dem Wohnort und Zielort recherchiert.

Sofern nicht ganz klar ist, wo sich der letzte Wohnort vor der Auswanderung befand, kann man hier nachfragen:

Zusätzliche Informationen